Rohstoffpreisen

Preissteigerung von Rohstoffpreisen – Tod für Kleinbauern und Verringerung des Lebensstandards von Geringverdienern?

„Seit 2010-2011 machen sich die Rohstoffpreisanstiege aber auch bei den Verbraucherpreisen für Nahrungsmittel bemerkbar – ob Getreide, Zucker oder Pflanzenöl: Teurer werden fast alle agrarischen Rohstoffe, die auf dem Weltmarkt gehandelt werden“, sagt Wirtschaftsforscher Josef Baumgartner.

Heimischen Rohstoffen

Seit November 2010 macht sich die weltweite Teuerung bei den Rohstoffen auch in den heimischen Supermarktregalen bemerkbar. Denn die Dürren und Überschwemmungen bescheren den Farmern in Amerika, Russland und Australien dürftige Ernten. Zum Beispiel steigen nun auch in Österreich die Preise für Brot, Kaffee, Gewürze und Zucker weiter an. Daraus folgt eine weltweite Teuerung, deren Ende nicht in Sicht ist.

Teurer wird es für den Konsumenten auf alle Fälle. Da es in den vergangenen beiden Jahren der Weltwirtschaftskrise niemand wagte, die Lebensmittelpreise zu erhöhen, ist dies eine Art „Nachholeffekt“. Der Konsument spürt auf Grund dessen nun, dass nicht der Kleinbauer die Preise für seine Ware bestimmt. Folglich ist der internationale Markt für die Teuerung verantwortlich.

Nahrungsmittelpreisen

Die Nahrungsmittelpreise auf der ganzen Welt schießen nach oben, doch gleichzeitig muss sich der Preis für heimisches Schweinefleisch von einem historischen Tief erst wieder erholen. Da durch den deutschen Dioxinskandal auch österreichische Landwirte unter den tiefen Preisen leiden müssen, ist es ihnen kaum noch möglich, kostendeckend zu produzieren. Zum Beispiel müssen die Bauern ihre Futtermittel nun schon selbst anbauen, da sie durch die steigenden Rohstoffpreise unleistbar wurden. Folglich grenzt es schon an ein Wunder, wenn österreichische Landwirte es schaffen, die Investitionen die gesetzlich vorgegeben sind, zu decken.

Handel mir Rohstoffen

Beim Handel mir Rohstoffen und Waren, spielten Termingeschäfte sehr schnell eine wichtige Rolle. Denn die Produzenten waren daran interessiert, das Preisrisiko zu reduzieren, da die Preise an der Börse großen Schwankungen unterliegen. Auf Grund dessen konnte man sich als Landwirt zum Zeitpunkt des Weizenanbaues nie sicher sein, zu welchem Preis die Produkte nach der Ernte verkauft werden können. Somit wurden die Preise zuvor bereits vertraglich festgelegt und durch „Termingeschäfte“ konnten die Bauern zumindest finanzielle Planungssicherheit erlangen.

Der Weizenpreis an der Wiener Börse für  Landwirtschaftliche Produkte stieg erstmals auf 300 Euro je Tonne. Da dies seit dem EU-Beitritt Österreichs 1995 nicht mehr der Fall war, stellt dieser Preis ein Rekordhoch dar. Beispielsweise ist der Weizenpreis um 150% im Vergleich zum Vorjahr – ebenso wie der Preis für Kaffee, Gewürze, Mais und Gerste um das Doppelte – gestiegen. Somit ist die Angst, dass sich bald auch fertige Lebensmittel verteuern, für den Konsumenten sehr groß.

Preissteigerung der Rohstoffe

Schlagzeilen wie „Preise Explodieren“ oder „Rohstoffmärkte spielen verrückt“ dominieren ungerechtfertigt das Geschehen. Denn wir erleben laut Marktexperten vielmehr ein Zusammentreffen vieler „natürlicher“ und „hausgemachter“ Faktoren. Beispielsweise übersteigt die weltweite Nachfrage, das weltweite Angebot vieler Rohstoffe. Somit liegt dies, and der steigenden Weltbevölkerung und daran, dass viele Schwellenländer durch ihren Wirtschaftlichen Aufschwung nun auch nach hochwertigeren Lebensmitteln nachfragen.
Tatsächlich entscheidet nur ein winziger Anteil über den Preis. Denn von 1750 Millionen Tonnen Getreide, die pro Jahr weltweit geerntet werden, landen nur rund 100 Millionen Tonnen auf dem Weltmarkt. Der Rest wird beispielsweise zwischen Bauern, Lagergesellschaften und Müllern gehandelt. Daraus folgt, dass der Rest also diese 1650 Millionen Tonnen nur innerhalb des jeweiligen Landes gehandelt werden.

Doch leider wird sich an der weltweiten Preissteigerung der Rohstoffe, laut Wirtschaftsforschern nichts ändern. Meiner Meinung nach, ist diese Entwicklung nicht nur für den Konsumenten sehr unvorteilhaft, sondern auch für Kleinbauern, da diese sich mit den Großindustrien und dem Weltmarkt bald nicht mehr messen und nicht einmal mehr für Futtermittel aufkommen können, die sie nun schon selbst anbauen müssen. Außerdem wird es für Wenigverdiener bald unmöglich sein ihren jetzigen „hohen“ Lebensstandard zu erreichen, wenn sie nun immer mehr Geld für Überlebenswichtige Nahrungsmittel aufbringen müssen.